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Bewegung, Geist und Lebensfreude – warum Sport Ü50 so wichtig ist
„Mens sana in corpore sano“ – in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.
Diese alte lateinische Weisheit ist heute aktueller denn je. Was schon im Altertum bekannt war, bestätigt uns die moderne Wissenschaft immer wieder aufs Neue: Regelmäßige Bewegung ist eine der wirksamsten Formen der Gesundheitsvorsorge – gerade im fortgeschrittenen Alter.
Viele Menschen verbinden Sport noch immer mit Leistung, Anstrengung oder gar Überforderung. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Es geht nicht um Rekorde, sondern um Bewegung mit Maß, Freude und Regelmäßigkeit.
Bewegung wirkt – auf Körper und Seele
Wenn du dich regelmäßig bewegst, passiert weit mehr, als man von außen sieht. Bewegung setzt eine ganze Kette positiver Prozesse in Gang:
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Glückshormone durchströmen deinen Körper und sorgen für mehr Freude und innere Zufriedenheit.
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Deine Selbstachtung steigt, deine Stimmung stabilisiert sich – eine positive Lebenseinstellung hält nachweislich jung.
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Dein Schlaf wird tiefer und erholsamer, was die Regeneration von Körper und Geist fördert.
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Stresshormone werden abgebaut – du wirst gelassener und ruhiger im Alltag.
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Konzentration und geistige Klarheit verbessern sich, oft entstehen neue Ideen ganz nebenbei.
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Verstimmungen und sogar depressive Phasen treten seltener auf.
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Dein Körper erhält eine regelrechte Sauerstoffdusche – nicht nur die Muskeln, sondern auch das Gehirn profitieren davon.
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Selbst das Körpergefühl verändert sich positiv, was sich bis hin zu neuer Lebensfreude und Nähe auswirken kann.
Bewegung ist damit weit mehr als Training – sie ist aktive Lebenspflege.
Das Gehirn – lernfähig bis ins hohe Alter
Jahrhundertelang glaubte man, das menschliche Gehirn sei weitgehend unveränderlich. Was genetisch festgelegt ist, so dachte man, bleibe ein Leben lang bestehen. Heute wissen wir: Das stimmt nicht.
Die moderne Hirnforschung zeigt eindrucksvoll, dass unser Gehirn anpassungsfähig bleibt – ein Leben lang. Dieser Prozess wird Neuroplastizität genannt.
Ein beeindruckendes Beispiel liefert eine US-amerikanische Studie: Ältere Menschen, die sich täglich etwa zwei Meilen (rund 3,2 Kilometer) zu Fuß bewegten – ganz normales Gehen, kein Joggen – hatten ein um etwa 50 % geringeres Demenzrisiko als Gleichaltrige, die nur rund 400 Meter pro Tag gingen. Letzteres entspricht übrigens ungefähr der durchschnittlichen täglichen Gehstrecke vieler Menschen.
Das zeigt: Schon regelmäßiges Gehen kann einen enormen Unterschied machen.
Bewegung in der Schlaganfall‑Therapie
Auch in der modernen Schlaganfall‑Therapie macht man sich diese Anpassungsfähigkeit des Gehirns gezielt zunutze. Durch wiederholtes, bewusstes Üben können verloren geglaubte Funktionen teilweise oder sogar vollständig wiedererlangt werden.
Das Erstaunliche: Der für eine bestimmte Bewegung oder Fähigkeit zuständige Bereich im Gehirn wächst sichtbar, wenn er regelmäßig trainiert wird. Diese Veränderungen lassen sich heute sogar mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) nachweisen.
Bewegung ist hier nicht nur unterstützend – sie ist ein zentraler Bestandteil der Genesung.
Bewegung Ü50 – aber richtig
Gerade im höheren Alter gilt: Weniger Druck, mehr Gefühl.
Nicht Tempo oder Intensität sind entscheidend, sondern Regelmäßigkeit, Achtsamkeit und Freude an der Bewegung. Sanfter Sport, angepasst an die eigenen Möglichkeiten, wirkt nachhaltiger als jedes überfordernde Programm.
In der Gruppe fällt es oft leichter, dranzubleiben. Gemeinschaft motiviert, schafft Verbindlichkeit und macht Bewegung zu einem positiven Erlebnis.
Mein Ansatz
Als Alltagsbetreuer begleite ich Menschen dabei, Bewegung wieder als etwas Natürliches und Wohltuendes zu erleben. Schritt für Schritt, ohne Leistungsdruck und mit Blick auf das, was gerade möglich ist.
Ob zur Vorbeugung, zur Stabilisierung nach Krankheit oder einfach für mehr Lebensqualität im Alltag – Bewegung kann in jedem Alter neu beginnen.
Fazit
Bewegung hält nicht nur den Körper fit, sondern auch den Geist lebendig. Sie schenkt Energie, Gelassenheit, Lebensfreude und Selbstvertrauen. Und sie zeigt uns jeden Tag aufs Neue: Es ist nie zu spät, etwas für sich selbst zu tun.
Mit gesunden Grüßen
Dirk (der Trainer)